Was ich beobachte
Ich analysiere nicht Anbieter, sondern Systeme. Meine Arbeit beginnt dort, wo Lizenzierungen formal erfüllt sind, aber operative Mechaniken gegen ihre eigenen Schutzziele arbeiten. Ich untersuche, wie UX-Entscheidungen Spielerverhalten beeinflussen, wie Auszahlungsprozesse durch Friktion gekennzeichnet sind und wie RTP-Angaben in der Praxis von theoretischen Werten abweichen.
In den letzten zwei Jahren habe ich mich auf drei Bereiche konzentriert: erstens, die Diskrepanz zwischen regulatorischen Anforderungen und tatsächlicher Implementierung von Spielerschutz-Tools in deutschen Online Casinos nach dem Glücksspielstaatsvertrag. Zweitens, die strukturellen Unterschiede in KYC-Prozessen zwischen EU-Märkten und deren Auswirkungen auf Conversion und Compliance. Drittens, die Analyse von Auszahlungsfriktionen als kalkuliertes Design-Element.
Fallnotiz: Spielerschutz-Tools in der Praxis
- 45% der untersuchten DE-lizenzierten Plattformen zeigen Einzahlungslimits erst nach zweitem Klick
- Selbstausschluss-Optionen durchschnittlich 3,2 Klicks tiefer als Einzahlungsbutton
- Reality-Check-Intervalle häufig auf Maximum gesetzt (standardmäßig 60 Min. statt 15 Min.)
- Nur 12% der Plattformen zeigen Verlusthistorie proaktiv im Dashboard
Diese Beobachtungen sind keine Anschuldigungen, sondern dokumentierte Muster. Ich bewerte nicht moralisch, sondern strukturell: Welche Mechaniken entstehen, wenn Compliance und Conversion aufeinandertreffen? Wo werden gesetzliche Vorgaben formal erfüllt, aber durch UX-Entscheidungen neutralisiert?